Wildbienen sind wichtige Bestäuber von Wild- und Kulturpflanzen. Eine wissenschaftlich fundierte Datengrundlage zum Zustand und Entwicklungen von Wildbienen-Beständen in Deutschland liegt jedoch nicht vor – insbesondere in landwirtschaftlich geprägten Landschaften. Um dies zu ändern, wird seit 2019 am Thünen-Institut für Biodiversität das Wildbienen-Monitoring in Agrarlandschaften entwickelt und umgesetzt.
Der Vortrag informiert kurz über die Aufgaben des Thünen-Instituts, insbesondere des Fachinstituts für Biodiversität. Das Thünen-Institut forscht an der Schnittstelle von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Das Institut führt umfangreiche Monitoring-Aktivitäten durch, erarbeitet Handlungsoptionen für ein besseres Management unserer Lebensgrundlagen und schätzt die voraussichtlichen Folgen ab. Im Institut für Biodiversität wird untersucht, wie sich Landnutzung und Management auf die biologische Vielfalt in Agrarlandschaften auswirken.
Im Rahmen des MonViA-Projekts wird seit 2019 das Wildbienen-Monitoring in Agrarlandschaften entwickelt und umgesetzt. Dabei kommen bestandsschonende und innovative Methoden, wie Citizen Science und DNA-Analytik zum Einsatz. Mit Hilfe von Ehrenamtlichen werden auf festgelegten Untersuchungsflächen Hummeln und hohlraumnistende Wildbienen, sowie ihre Interaktionen mit Pflanzen in der Agrarlandschaft erfasst. Ergänzt werden die Daten durch die Hummel-Challenge, bei der über die App ObsIdentify weitere Hummelsichtungen erfasst werden, um eine größere räumliche Abdeckung zu erreichen.
Bisher konnten so bereits knapp 2000 Hummel-Individuen in 16 Artengruppen, sowie 21 hohlraum-nistende Wildbienen-Artengruppen nachgewiesen werden. Hinzu kamen knapp 1000 Meldungen von Nahrungspflanzen der Hummeln, sowie über 300 Pflanzenarten, die in den Nestern hohlraumnistender Wildbienen nachgewiesen werden konnten (vorläufige Zahlen). Im Rahmen der Hummel-Challenge gelang 2024 zusätzlich der Erstnachweis der Tonerdhummel in Deutschland.
